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Heubeck: Richttafeln für die betriebliche Altersversorgung auf den neuesten Stand gebracht

HEUBECK AG, Pressemitteilung vom 20. Juli 2018

  • HEUBECK veröffentlicht aktuelle Richttafeln RT 2018 G
  • Lebenserwartung in den letzten Jahren etwas langsamer gestiegen
  • Erstmals sozioökonomische Faktoren berücksichtigt
  • Nur moderater Anstieg der Pensionsrückstellungen erwartet

Die durchschnittliche Lebenserwartung in Deutschland steigt weiter an, wenngleich das Tempo des Anstiegs kurzfristig nachgelassen hat. Die Effekte auf die Pensionsrückstellungen der Unternehmen fallen insgesamt geringer aus als bei der letzten Aktualisierung der Richttafeln aus dem Jahr 2005. Dies sind zentrale Ergebnisse der neuen HEUBECK Richttafeln 2018 G. „Die Aktualisierung bringt die biometrischen Rechnungsgrundlagen für alle Unternehmen mit Pensionsverpflichtungen in Deutschland auf den neuesten Stand und berücksichtigt dabei erstmals auch sozioökonomische Auswirkungen auf die Lebenserwartung" erklärt Dr. Richard Herrmann, Vorstand der HEUBECK AG.

Demnach steigt die Lebenserwartung in Deutschland aktuell nicht mehr so schnell wie in der Vergangenheit. Während diese im Alter 60 zwischen den Volkszählungen 1987 und 2011 für Männer im Durchschnitt jedes Jahr um knapp zwei Monate und für Frauen um gut zweieinhalb Monate zugenommen hat, ist der Zuwachs in den vergangenen vier Jahren für beide Geschlechter einheitlich auf durchschnittlich weniger als einen Monat pro Jahr geschrumpft. Allerdings sei es noch zu früh, hieraus eine dauerhafte Abschwächung des Trends abzuleiten, so Herrmann. Daher habe man sich entschieden, den Trend nur vorübergehend abzusenken. Hinzu kommt, dass sich die fernere Lebenserwartung der Ostdeutschen gegenüber den Westdeutschen weiter annähert. War die durchschnittliche Lebenserwartung bei Geburt für Männer aus den neuen Bundesländern kurz nach der Wiedervereinigung noch um drei Jahre kürzer als für Männer aus den alten Bundesländern, beträgt der Abstand heute nur noch etwas mehr als sieben Monate. Bei den Frauen hat sich die fernere Lebenserwartung in Ost und West mittlerweile sogar nahezu vollständig angeglichen. Auffallend ist auch, dass die Unterschiede in der Langlebigkeit zwischen den Geschlechtern tendenziell abnehmen: Noch 1987 überlebten Frauen im Alter von 60 die Männer um durchschnittlich 4,4 Jahre. Dieser Vorsprung ist bis zum Jahr 2011 auf 3,7 Jahre zurückgegangen. Erstmals berücksichtigen die HEUBECK Richttafeln RT 2018 G Forschungsergebnisse, wonach Arbeitnehmer mit einem höheren Alterseinkommen auch eine höhere Lebenserwartung haben. Dies geschehe durch einen pauschalen Abschlag auf die beobachteten Sterblichkeiten, erläutert Herrmann. Ansonsten wurde das Modell der Richttafeln weitgehend unverändert beibehalten, so dass die Anwendung in der Praxis keine Probleme bereiten sollte.

Die Richttafeln RT 2018 G sind so beschaffen, dass sie grundsätzlich für die Bewertung von Pensionsverpflichtungen nach steuerlichen, handelsrechtlichen und internationalen Grundsätzen geeignet sind. „Wir rechnen damit, dass das Bundesfinanzministerium die neuen biometrischen Rechengrundlagen für die steuerliche Bewertung von Pensionsverpflichtungen anerkennen und hierzu noch vor der nächsten Bilanzsaison ein entsprechendes BMF-Schreiben veröffentlichen wird", führt Herrmann weiter aus. „Der Effekt auf die Bewertung der Pensionsverpflichtungen hängt grundsätzlich von den spezifischen Mitarbeiterbeständen und -strukturen, sowie den jeweiligen Versorgungsregelungen der Unternehmen ab", erklärt Herrmann. „Insgesamt ist aber davon auszugehen, dass der Rückstellungsbedarf nicht so gravierend ausfallen wird wie bei der vorangegangenen Umstellung auf die Richttafeln RT 2005 G."

Die von HEUBECK entwickelten und immer wieder aktualisierten "Richttafeln" sind die allgemein anerkannten Rechnungsgrundlagen zur bilanziellen Bewertung von Pensionsverpflichtungen in Deutschland. Die neueste Ausgabe basiert auf aktuellen Statistiken der deutschen gesetzlichen Rentenversicherung sowie des Statistischen Bundesamtes und spiegelt die jüngsten Entwicklungen bei Sterblichkeits-, Invalidisierungs-, Verheiratungs- und Fluktuationswahrscheinlichkeiten wider.

Update der HEUBECK-RICHTTAFELN 2018 G veröffentlicht

Heubeck-Richttafeln-GmbH, Pressemitteilung  vom 5.10.2018

  • Datengrundlagen wurden angepasst
  • Materielle Auswirkungen der Anpassungen sind gering

Die Geschäftsführung der Heubeck-Richttafeln GmbH hatte am 26. September 2018 angekündigt, die HEUBECK-RICHTTAFELN 2018 G (RT 2018 G) aufgrund der Verwendung inkonsistenter Datengrundlagen noch einmal anzupassen. Früher als verlautbart konnte jetzt das Update der RT 2018 G veröffentlicht werden.

Die Auswirkungen der vorgenommenen Anpassungen auf die Pensionsrückstellungen sind gering. Gegenüber der am 20. Juli 2018 veröffentlichten Version der RT 2018 G reduzieren sich die Zuführungen nach steuerlichen Bewertungsgrundsätzen um etwa 0,3%-Punkte, nach handelsrechtlichen und internationalen Grundsätzen um etwa 0,5%-Punkte. Im Ergebnis wird durch die Anpassung in der Steuerbilanz nun eine Zuführung zur Pensionsrückstellung zwischen 0,5 % und 1,2 % erwartet. In der Einzel- bzw. Konzernbilanz kann der Einmaleffekt je nach Rechnungszins und Bestandszusammensetzung zwischen 1,0 % bis 2,0 % liegen.

„Wir bedauern die mit der Anpassung der Tafeln verbundenen Unannehmlichkeiten. Insofern sind wir froh, dass die Anpassung der Richttafeln deutlich weniger Zeit in Anspruch genommen hat als erwartet", erläutert Dr. Friedemann Lucius, Geschäftsführer der Heubeck-Richttafeln-GmbH. Nach seiner Einschätzung erfüllen die vorgelegten Tafeln die Voraussetzungen für die steuerliche Anerkennung, so dass die HEUBECK-RICHTTAFELN nunmehr wieder in vollem und gewohntem Umfang genutzt werden können.

Die vor 70 Jahren erstmals erschienenen und seitdem mehrmals aktualisierten HEUBECK-RICHTTAFELN sind die allgemein anerkannten Rechnungsgrundlagen zur bilanziellen Bewertung von Pensionsverpflichtungen in Deutschland. Die neueste Ausgabe, RT 2018 G, basiert auf aktuellen Statistiken der deutschen gesetzlichen

Rentenversicherung sowie des Statistischen Bundesamtes und spiegelt die jüngsten Entwicklungen bei Sterblichkeits-, Invalidisierungs-, Verheiratungs- und Fluktuationswahrscheinlichkeiten wider. Erstmals werden dabei auch sozioökonomische Aspekte der Sterblichkeit berücksichtigt.

www.heubeck.de

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