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Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine: Rentenerhöhung und Steuerpflicht

Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine e. V. Pressemeldung vom 5.7.2019

Zum 1. Juli 2019 wurden die Renten um 3,18 Prozent (Rentengebiet West) und 3,91 Prozent (Rentengebiet Ost) angehoben. Anders als der ursprüngliche Rentenbetrag ist die Rentenerhöhung in voller Höhe steuerpflichtig. Viele Rentner, die bisher keine Steuererklärung abgeben, fragen sich, ob sie wegen der Rentenerhöhung Steuern zahlen müssen.

Der Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine hat berechnet, ab welcher Rentenhöhe Steuern anfallen können. „Allein durch die jährliche Anpassung kommen nur wenige Rentner in die Steuerzahlung“, erläutert Geschäftsführer Uwe Rauhöft. Das hängt vor allem damit zusammen, dass auch der steuerfreie Grundfreibetrag jährlich steigt.

Beispiel: Ein alleinstehender Rentner im Rentengebiet Ost bezieht seit 2005 eine Altersrente. Nach der Erhöhung im vergangenen Jahr betrug die Monatsrente 1.506 Euro. Damit blieb er 2018 mit seinem Einkommen im steuerfreien Existenzminimum. Ab Juli 2019 steigt die Rente auf 1.565 Euro im Monat. Bei unveränderten Bedingungen ergäbe sich für das Jahr 2019 eine Steuerbelastung von 52 Euro, wenn ausschließlich die Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung berücksichtigt werden. In der Regel können Rentner jedoch weitere Aufwendungen steuermindernd abziehen.

Bis zu welcher Höhe eine Rente steuerfrei bleibt, hängt vor allem vom Jahr des erstmaligen Rentenbezugs ab. Bei Rentenbeginn 2005 oder früher wird ein Freibetrag in Höhe von 50 Prozent gewährt. Dieser errechnet sich aus der Rente 2005. Alle späteren Jahrgänge haben geringere Freibeträge.

Wer ausschließlich Rente aus der gesetzlichen Versicherung bezieht, kann aus der nachfolgenden Tabelle ablesen, bis zu welcher Rentenhöhe keine Steuern anfallen. Maßgeblich ist hierbei die Bruttorente, bevor die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung abgehen. Für Ehepaare und eingetragene Lebenspartner gelten die doppelten Werte.

Renten-
beginn
Rentengebiet West
Rentengebiet Ost
Jahresrente 1)
(Euro)
Monatsrente 2)
(Euro)
Jahresrente 1)
(Euro)
Monatsrente 2)
(Euro)
2005
18.973
1.606
17.727
1.506
2006
18.408
1.558
17.275
1.467
2007
17.945
1.519
16.898
1.435
2008
17.607
1.490
16.670
1.416
2009
17.204
1.456
16.381
1.391
2010
16.738
1.417
15.990
1.358
2011
16.392
1.387
15.701
1.334
2012
16.015
1.356
15.495
1.316
2013
15.627
1.323
15.286
1.298
2014
15.314
1.296
15.040
1.277
2015
15.083
1.277
14.891
1.265
2016
14.831
1.255
14.750
1.253
2017
14.539
1.231
14.515
1.233
2018
14.273
1.208
14.273
1.212
2019
13.848
1.172
13.848
1.176
 
1) Bruttorente 2019
2) Monatsrente zweites Halbjahr

Bei der Einkommensberechnung wurden 3,05 Prozent Beitrag zur Pflegeversicherung und 7,75 Prozent zur Krankenversicherung (inklusive durchschnittlicher Zusatzbeitrag) berücksichtigt.

Wenn noch andere Einkünfte vorliegen, muss im Einzelfall berechnet werden, ob eine Steuer anfällt. Wenn neben den Beiträgen zur Kranken- und Pflegeversicherung noch weitere steuermindernde Aufwendungen berücksichtigt werden können, beispielsweise für Spenden, Krankheitskosten oder Handwerkerleistungen, können auch höhere Rentenbeträge steuerfrei bleiben. Eine Steuererklärung ist dann aber in der Regel Pflicht.

Eine steuerliche Beratung erhalten Rentner in den örtlichen Beratungsstellen von Lohnsteuerhilfevereinen im Rahmen einer Mitgliedschaft. Der Mitgliedsbeitrag schließt das Erstellen der Steuererklärung und alle weiteren Leistungen ein. Adressen von Beratungsstellen der BVL-Mitgliedsvereine können unter www.beratungsstellensuche.de oder telefonisch unter 030 – 58 58 40 40 erfragt werden.

Zuletzt aktualisiert am Montag, 08. Juli 2019 10:21

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