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Bayerisches LfSt: Berücksichtigung von Schulgeldzahlungen

Bayerisches Landesamt für Steuern 17.11.2010, S 2221.1.1-9/29 St32 = SIS 10 38 61

Berücksichtigung von Schulgeldzahlungen als Sonderausgaben nach § 10 Abs. 1 Nr. 9 EStG
  1. Verfahren
  2. Nachweis der Schulform
  3. Erwerb eines allgemein bildenden oder berufsbildenden Abschlusses an einer Hochschule im Ausland
  4. Besuch einer ausländischen Privatschule bis zu einem Jahr
  5. Fehlen bewertungsrelevanter Bildungsnachweise (insb. Abschlusszeugnis) bei mehrjährigem Auslandsschulbesuch
  6. "International Baccalaureate"
  7. "Klassenzimmer unter Segeln" (KUS)
  8. Kind als Vertragspartner der Schule
  9. Sonderfälle Bavarian International School, Haimhausen (BIS); Munich International School e.V., Starnberg (MIS); Frankonian International School, Erlangen (FIS); International School Augsburg; International School Ulm/Neu-Ulm; Lycée Français Jean Renoir, Berlepschstraße 3, 81373 München
  10. Europäische Schulen
  11. Deutsche Schulen im Ausland
  12. Anerkennung eines sonstigen schulischen Berufsabschlusses
  13. Eingliederungshilfe nach § 35 a SGB VIII für seelisch behinderte Kinder und Jugendliche

Zur Berücksichtigung von Schulgeldzahlungen als Sonderausgaben nach § 10 Abs. 1 Nr. 9 EStG ist ergänzend zu der Verfügung vom 16.2.2009, (AIS-Ordner Themen > ESt > Arbeitshilfen/Leitfaden) Folgendes zu beachten:

1. Verfahren

Voraussetzung für die Berücksichtigung von Schulgeldzahlungen als Sonderausgaben ist unter anderem, dass der Besuch einer Schule in freier Trägerschaft oder einer überwiegend privat finanzierten Schule, die im Inland oder in einem anderen Mitgliedstaat der EU oder im EWR-Gebiet belegen ist, zu einem anerkannten oder einem inländischen Abschluss an einer öffentlichen Schule als gleichwertig anerkannten allgemein bildenden oder berufsbildenden Schul-, Jahrgangs- oder Berufsabschluss führt oder darauf vorbereitet.

Die Prüfung und Feststellung der genannten schulrechtlichen Kriterien obliegt dem zuständigen inländischen Landesministerium (z.B. Schul- oder Kultusministerium), der Kultusministerkonferenz der Länder oder der zuständigen inländischen Zeugnisanerkennungsstelle (ZASt). Die Finanzverwaltung ist an deren Entscheidung gebunden.

Beantragen Steuerpflichtige den Sonderausgabenabzug nach § 10 Abs. 1 Nr. 9 EStG, ohne dass ein Anerkennungsbescheid einer der o.g. Behörden vorgelegt wird, sind sie an die jeweils zuständige Stelle zu verweisen. In diesen Fällen sind die Steuerpflichtigen auch darauf hinzuweisen, dass die Bestimmung von Art und Umfang der benötigten Unterlagen für die Prüfung der schulrechtlichen Kriterien alleine der jeweils zuständigen Kultusbehörde obliegt. Von einer Anforderung entsprechender Unterlagen durch das FA bitte ich abzusehen.

2. Nachweis der Schulform

Die Schulform, d.h. ob es sich tatsächlich um eine Schule in freier Trägerschaft oder überwiegend privat finanzierte Schule handelt, kann nicht von der ZASt bescheinigt werden. Die Steuerpflichtigen sind deshalb in dieser Frage nicht an die ZASt zu verweisen. Im Zweifel hat der Steuerpflichtige dem FA den Nachweis der Schulform zu liefern. Ein solcher Nachweis soll aber nur angefordert werden, wenn es ernstliche Zweifel daran gibt, dass es sich um eine Schule in freier Trägerschaft oder um eine überwiegend privat finanzierte Schule handelt (z.B. außergewöhnliche niedrige Zahlungen an die Schule).

3. Erwerb eines allgemein bildenden oder berufsbildenden Abschlusses an einer Hochschule im Ausland

In den Bildungssystemen anderer Staaten ist es z.T. möglich, bereits mit einem mittleren Bildungsabschluss (z.B. Realschule) ein Studium an einer Hochschule aufzunehmen. Im Rahmen dieses Studiums wird neben einem Hochschulabschluss (z.B. Diplom) erstmals auch ein allgemein bildender oder berufsbildender Abschluss erreicht. Da nur Zahlungen an eine Schule begünstigt sein können, scheidet die steuerliche Berücksichtigung des entrichteten Entgelts an eine Hochschule aus.

Die ZASt stellt in den genannten Fällen einen Anerkennungsbescheid aus, da auch ein allgemein bildender oder berufsbildender Abschluss erreicht wird und die ZASt die Schulform nicht prüft (vgl. Tz. 2). Ist den eingereichten Unterlagen zu entnehmen, dass im Ausland eine Hochschule besucht wurde, sind Zahlungen - unabhängig vom erreichten Abschluss und einem evtl. erteilten Anerkennungsbescheid der ZASt - nicht abziehbar.

4. Besuch einer ausländischen Privatschule bis zu einem Jahr

Soll ein Kind der Steuerpflichtigen gemäß den in den Schulordnungen getroffenen Regelungen nur für einen festgelegten Zeitraum (z.B. ein halbes oder ein ganzes Jahr) vom Besuch seiner bisherigen (inländischen) Schule beurlaubt werden, um eine Schule im Ausland zu besuchen, behält die Schülerin/der Schüler auch während des Auslandsaufenthalts ihren/seinen Status als Schülerin/Schüler der inländischen Schule und wird nach Beendigung des Auslandsaufenthalts wieder in ihre/seine Schule bzw. das hiesige Schulsystem eingegliedert.

Mit der Beurlaubung wird dem Kind der Steuerpflichtigen von der inländischen Schule eine Schulbesuchsbescheinigung ausgestellt, auf der der Beurlaubungszeitraum und der Auslandsaufenthalt bestätigt werden; nach Beendigung des Auslandsaufenthaltes wird von der inländischen Schule zusätzlich die Wiederaufnahme des hiesigen Schulbesuchs bestätigt. Mit den Schulbesuchsbescheinigungen der inländischen Schule kann gegenüber dem FA dokumentiert werden, dass der Besuch der hiesigen Schule nur unterbrochen wurde, und dass nach Beendigung des Auslandsaufenthaltes der Schulbesuch mit dem Ziel des Erwerbs eines inländischen Schulabschlusses fortgesetzt wird. Eine zusätzliche Bestätigung der ZASt ist nicht erforderlich.

5. Fehlen bewertungsrelevanter Bildungsnachweise (insb. Abschlusszeugnis) bei mehrjährigem Auslandsschulbesuch

Die ausländischen Schulsysteme sind nur teilweise mit dem deutschen Schulsystem vergleichbar. Für den Fall, dass noch keine bewertungsrelevanten Bildungsnachweise (insb. Abschlusszeugnis) vorliegen, ist es für die ZASt i.d.R. nicht möglich abschließend zu beurteilen, ob die ausländische Schule zu einem Abschluss führt, der einem inländischen Abschluss an einer öffentlichen Schule gleichwertig ist.

Die Einkommensteuerreferatsleiter der obersten Finanzbehörden der Länder haben in der Sitzung IV/2010 unter TOP 14 entschieden, dass für die Anerkennung mehrjähriger Auslandsschulbesuche eine einmalige Prognosebescheinigung der im Einzelfall zuständigen Behörde (z.B. ZASt) ausreichend ist. Nach dem Gesetzeswortlaut kommt es für die Gewährung des Sonderausgabenabzugs nur auf die rein theoretische Möglichkeit an, an einer bestimmten ausländischen Schule einen als gleichwertig anerkannten Abschluss zu erreichen. Liegt eine entsprechende Prognosebescheinigung der im Einzelfall zuständigen Behörde (z.B. ZASt) vor, ist der Steuerpflichtige in den Folgejahren nicht mehr an die ZASt zu verweisen. Für die Berücksichtigung von Schulgeldzahlungen als Sonderausgaben ist die einmal erteilte Prognosebescheinigung ausreichend, solange das Kind die gleiche Schule besucht.

Bisher insoweit offen gehaltene Fälle können nun abschließend bearbeitet werden.

6. "International Baccalaureate"

Das "International Baccalaureate" kann in Deutschland zur Allgemeinen Hochschulreife führen und wäre damit dem inländischen Abitur vergleichbar. Dies wird von der ZASt durch Anerkennungsbescheid bestätigt. Häufig berechtigt ein derartiger Abschluss aber erst nach Ablegen einer Feststellungsprüfung, auf die mit einem zweisemestrigen Studienkolleg an der hiesigen Hochschule vorbereitet wird, zum Hochschulzugang.

Die Einkommensteuerreferatsleiter der obersten Finanzbehörden der Länder haben in der Sitzung IV/2010 unter TOP 14 entschieden, dass auch Schulgeld, das an eine ausländische Schule gezahlt wird, die mit dem "International Baccalaureate" abschließt oder abschließen soll, als Sonderausgabe nach § 10 Abs. 1 Nr. 9 EStG anzuerkennen ist. Die Aufwendungen für den zweisemestrigen Besuch eines Studienkollegs sind hingegen nicht begünstigt, da das Studienkolleg i.d.R. an einer Hochschule stattfindet.

Bisher insoweit offen gehaltene Fälle können nun abschließend bearbeitet werden.

7. "Klassenzimmer unter Segeln" (KUS)

Bei dem Schulprojekt der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg "Klassenzimmer unter Segeln" (KUS), das auf die 10. Jahrgangsstufe des Gymnasiums beschränkt ist, handelt es sich nach Auffassung des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus weder um eine Schule noch um eine andere Einrichtung, die auf einen Schul-, Jahrgangs- oder Berufsschulabschluss im Sinne des § 10 Abs. 1 Nr. 9 Satz 2 EStG vorbereitet. Mithin kommt ein Sonderausgabenabzug nach § 10 Abs. 1 Nr. 9 EStG der für das Projekt zu entrichtenden Zahlungen nicht in Betracht.

Hierüber wurde die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg unterrichtet. Soweit in der Vergangenheit von Seiten des Bayerischen Landesamts für Steuern in diesen Fällen eine großzügigere Auffassung vertreten wurde, wird hieran nicht länger festgehalten.

8. Kind als Vertragspartner der Schule

Nach § 10 Abs. 1 Nr. 9 EStG haben Eltern die Möglichkeit, Aufwendungen für den Besuch bestimmter Schulen durch ihr Kind in Höhe von 30 % der Kosten, maximal bis zu einem Höchstbetrag von 5.000 EUR im Rahmen des Sonderausgabenabzugs geltend zu machen. Es treten vermehrt Fälle auf, in denen nicht die Eltern Vertragspartner der Schule sind, sondern ihr (volljähriges) Kind selbst.

Die Einkommensteuerreferatsleiter der obersten Finanzbehörden der Länder haben in der Sitzung IV/2010 unter TOP 15 entschieden, dass auch in diesen Fällen die Eltern - bei Vorliegen der übrigen Voraussetzungen - entsprechende Aufwendungen im Rahmen des Sonderausgabenabzugs nach § 10 Abs. 1 Nr. 9 EStG geltend machen können. Für die Anerkennung des Sonderausgabenabzugs nach § 10 Abs. 1 Nr. 9 EStG kommt es nicht darauf an, wer Vertragspartner der Schule ist oder von wem das Schulgeld tatsächlich geleistet wurde.

Bisher insoweit offen gehaltene Fälle können nun abschließend bearbeitet werden.

9. Sonderfälle Bavarian International School, Haimhausen (BIS); Munich International School e.V., Starnberg (MIS); Frankonian International School, Erlangen (FIS); International School Augsburg; International School Ulm/Neu-Ulm; Lycee Francais Jean Renoir, Berlepschstraße 3, 81373 München

Schulgeldzahlungen an die private Deutsch-Französische Schule Lycee Francais Jean Renoir können (wie in den Jahren vor 2008 auch) nur bis zur Jahrgangsstufe 5 als Sonderausgaben berücksichtigt werden. Ab der Jahrgangsstufe 6 ist auch hierfür eine Prüfung und Bestätigung der Gleichwertigkeit durch die ZASt erforderlich.

Schulgeldzahlungen an die übrigen genannten Schulen können (wie in den Jahren vor 2008 auch) nur bis zur Jahrgangsstufe 9 als Sonderausgaben berücksichtigt werden. Ab der Jahrgangsstufe 10 ist auch hierfür eine Prüfung und Bestätigung der Gleichwertigkeit durch die ZASt erforderlich.

Beim BFH ist derzeit ein Verfahren (Az.: X R 27/09) bezüglich der Schulgeldzahlungen an die BIS im VZ 2005 anhängig. Beklagt wird einerseits das fehlende Anerkennungsverfahren für Ergänzungsschulen in Bayern und andererseits die Diskriminierung der inländischen Schulen gegenüber den Schulen im EU-/EWR-Ausland durch die Übergangsregelung des § 52 Abs. 24 b i.d.F. des JStG 2009 (also bis einschließlich VZ 2007). Im Hinblick darauf ruhen gleichgelagerte Einsprüche kraft Gesetzes (§ 363 Abs. 2 Satz 2 AO). Aussetzung der Vollziehung kann nicht gewährt werden.

Darüber hinaus ist beim BFH ein Verfahren (Az.: X R 12/10) bezüglich der Schulgeldzahlungen an das Lycee Francais Jean Renoir in den VZ 2003 und 2004 anhängig. Beklagt wird auch hier (u.a.) die Diskriminierung der inländischen Schulen gegenüber den Schulen im EU-/ EWR-Ausland durch die Übergangsregelung des § 52 Abs. 24 b i.d.F. des JStG 2009 (also bis einschließlich VZ 2007). Im Hinblick darauf ruhen gleichgelagerte Einsprüche kraft Gesetzes (§ 363 Abs. 2 Satz 2 AO). Aussetzung der Vollziehung kann nicht gewährt werden.

10. Europäische Schulen

Das an eine "Europäische Schule" gezahlte Schulgeld kann unter den Voraussetzungen des § 10 Abs. 1 Nr. 9 EStG als Sonderausgaben abgezogen werden. Diese Schulen erfüllen die Voraussetzungen, unter denen bei einer deutschen Schule eine Genehmigung zu erteilen wäre. Denn sie sind durch den deutschen Gesetzgeber in einer Weise anerkannt, die einer staatlichen Genehmigung gleichkommt. Die "Europäischen Schulen" befinden sich in Deutschland und im EU-Ausland und sind nicht zu verwechseln mit "Europaschulen". Auf der Internetseite der "Europäischen Schulen" (http://www.eursc.eu/) werden diese Schulen (abschließend) namentlich genannt. Zurzeit gibt es vierzehn dieser Schulen in sieben Ländern:

  • Deutschland: Frankfurt a.M., Karlsruhe und München
  • Belgien: Brüssel I, Brüssel II, Brüssel III, Brüssel IV und Mol
  • Spanien: Alicante
  • Italien: Varese
  • Luxemburg: Luxemburg I und Luxemburg II
  • Niederlande: Bergen
  • Vereinigtes Königreich: Culham

Eine Liste der Europäischen Schulen mit den jeweiligen Kontaktdaten ist dieser Verfügung beigefügt.

11. Deutsche Schulen im Ausland

Gemäß § 10 Abs. 1 Nr. 9 S. 4 EStG sind auch Schulgeldzahlungen für den Besuch einer Deutschen Schule im Ausland als Sonderausgaben abziehbar, selbst wenn sie - anders als bei allen übrigen Schulen - außerhalb des EU/EWR-Raumes liegen.

Auf der Internetseite www.kmk.org kann unter der Rubrik Dokumentation/Beschlüsse > Veröffentlichungen/Beschlüsse > Bildung/Schule > Auslandsschulen eine Übersicht über die von der Kultusministerkonferenz anerkannten deutschen Auslandsschulen abgerufen werden und ist dieser Verfügung beigefügt.

12. Anerkennung eines sonstigen schulischen Berufsabschlusses

Schulen, die einen sonstigen schulischen Berufsabschluss verleihen, sind u.a. Berufsschulen oder Berufsfachschulen. Für deren Anerkennung ist Folgendes zu beachten:

Wird durch die Ausbildung an einer solchen Schule im Ausland ein Abschluss erreicht, der mit dem mittleren Schulabschluss im Inland vergleichbar ist (nachdem die Person vorher nur den Hauptschulabschluss erworben hatte), ist für die Anerkennung Berufsschulabschlusses die ZASt zuständig. Für den Fall, dass ein Beruf als Abschluss bescheinigt wird, ist für die Anerkennung die Regierung von Niederbayern zuständig.

13. Eingliederungshilfe nach § 35 a SGB VIII für seelisch behinderte Kinder und Jugendliche

Seelisch behinderten Kindern und Jugendlichen kann eine Eingliederungshilfe nach § 35 a SGB VIII gewährt werden. Werden Kinder und Jugendliche im Rahmen der Gewährung einer solchen Eingliederungshilfe in einem Internat untergebracht, sind zwar die Eltern Vertragspartner der Schule, die Kosten für den Besuch der Schule trägt jedoch zunächst das Jugendamt (§ 91 Abs. 5 SGB VIII). Der Vertrag mit der Schule enthält hierzu i.d.R. folgenden Passus:

"Der Gesamtkostensatz für schulische und sozialpädagogische Betreuung sowie fachlicher Förderung und das zur Verfügung stellen tragfähiger Betreuungssettings für besondere Problemlagen nach SGB VIII § 27 i.V.m. § 34, § 35 a und § 41 ist mit dem örtlichen Jugendamt vereinbart. ... Die Abrechnung erfolgt über das jeweils zuständige Jugendamt Kosten, die nicht in der Entgeltvereinbarung enthalten sind, werden über die Richtlinien Gewährung von Nebenleistungen beantragt. Nicht genehmigte Nebenleistungen durch das Jugendamt werden mit den Eltern verrechnet."

Die Eltern sind wiederum nach den §§ 93, 94 SGB VIII verpflichtet, zu den Kosten der Jugendhilfeleistung beizutragen, soweit ihnen dies zuzumuten ist. Sofern die Kostenbeiträge der Eltern zur Finanzierung des Besuchs einer nach § 10 Abs. 1 Nr. 9 EStG begünstigten Schule dienen, können 30 % der Beiträge als Sonderausgaben berücksichtigt werden, soweit diese nicht auf Kosten für Beherbergung, Betreuung und Verpflegung entfallen. Der sich aus den Regelungen im SGB VIII ergebende Zahlungsweg über die Einrichtung der Jugendhilfe führt nicht zum Verlust des Schulgeldcharakters. Das seitens des Jugendamtes zu zahlende monatliche Entgelt ergibt sich aus einer Rahmenentgeltvereinbarung gem. §§ 78 a ff. SGB VIII. Die Kalkulation dieses Entgelts beruht auf Tagessätzen. Dementsprechend ist eine detaillierte Aufgliederung des monatlichen Entgelts des Jugendamtes bzw. des Kostenbeitrages der Eltern in einen Schulgeldanteil nicht ohne Weiteres möglich. Legen die Steuerpflichtigen die erforderlichen Unterlagen vor, so kann zur Ermittlung des im Kostenbeitrag unstreitig enthaltenen Schulgeldanteils folgender Aufteilungsmaßstab angelegt werden:

a) Errechnung des Schulgeldanteils:

 

Jahreselternkostenbeitrag x "reguläres" Jahresschulgeld außerhalb einer Eingliederungsmaßnahme
Jahresgesamtkostenersatz des Jugendamtes

b) davon 30 %, höchstens 5.000 EUR stellen Sonderausgaben dar.

Beispiel:

Die Schule S wird auch von seelisch behinderten Kindern besucht. Normalerweise beträgt das jährliche Schulgeld 9.600 EUR. Die Entgeltvereinbarung sieht für das seelisch behinderte Kind K einen Tagessatz von 100 EUR und somit einen Jahresgesamtkostenersatz des Jugendamtes von 36.500 EUR vor. Die Eltern des Kindes K wurden wegen ihrer Einkommensverhältnisse zu einem Jahreskostenbeitrag von 4.800 EUR herangezogen.

Lösung:

Nach Anwendung der o.g. Berechnungsformel ist im Kostenbeitrag der Eltern ein Schulgeldanteil von 1.262 EUR enthalten. Die Eltern können 30 % davon, d.h. 379 EUR, als Sonderausgaben geltend machen.

 

Liste der Europäischen Schulen (Weitere Angaben unter: www.eursc.eu)

Deutschland:

Europäische Schule Frankfurt am Main
Praunheimer Weg 126
D-60439 Frankfurt am Main
Telefon : +49 (69) 92 88 74 0
Fax : +49 (69) 92 88 74 74
Website : www.esffm.org

Europäische Schule Karlsruhe
Albert Schweitzer Straße 1
D-76139 Karlsruhe, Deutschland
Telefon : (49/721) 68009 0
Fax : (49/721) 68009 50
Website : www.eskar.org

Europäische Schule München
Elise-Aulinger Straße 21
D-81739 München, Deutschland
Telefon : +49 (0) 89 / 628 16 0
Fax : +49 (0) 89 / 628 16 444
Website : www.esmunich.de

Belgien:

Europäische Schule Brüssel I (Uccle)
Avenue du Vert Chasseur 46
B-1180 Brüssel, Belgien
Telefon : (32/2) 373 86 11
Fax : (32/2) 375 47 16
Website : www.eeb1.com

Europäische Schule Brüssel II (Woluwé)
Avenue Oscar Jespers 75
B-1200 Brüssel, Belgien
Telefon : (32/2) 774 22 11
Fax : (32/2) 774 22 43
Website : www.eeb2.be

Europäische Schule Brüssel III (Ixelles)
Boulevard du Triomphe , 135
B-1050 Bruxelles, Belgien
Telefon : (32/2) 629 47 00
Fax : (32/2) 629 47 92
Website : www.eeb3.eu

Europäische Schule Brüssel IV
Rue Berkendael 70-74
B-1190 Brüssel
Telefon: (32/2) 340 13 94
Fax: (32/2) 340 14 97
Webseite: www.eeb4.eu

Europäischen Schule Mol
Europawijk 100
B-2400 Mol, Belgien
Telefon : (32/14) 56 31 01
Fax : (32/14) 56 31 04
Website : www.esmol.net

Spanien:

Europäischen Schule Alicante
Avenida Locutor Vicente Hipólito s/n
03540 Playa de San Juan - Alicante
Telefon : (+34) 965 15 56 10
Fax : (+34) 965 26 97 77
Website : www.EscuelaEuropea.org

Italien:

Europäischen Schule Varese
Via Montello 118
I-21100 Varese, Italien
Telefon : (39/0332) 80 61 11
Fax : (39/0332) 80 62 02
Website : www.scuolaeuropeadivarese.it

Luxemburg:

Europäische Schule Luxemburg I
Boulevard Konrad Adenauer, 23
L-1115 Luxemburg/Kirchberg, Luxemburg
Telefon : (352) 43 20 821
Fax : (352) 43 20 823 44
Website : www.euroschool.lu

Europäische Schule Luxemburg II (Mamer)
Rue Richard Coudenhove-Kalergi
L-1359 LUXEMBURG
Tel. : +352-26685 900
Fax : +352-26685 909
Website : www.eursc-mamer.lu

Niederlande:

Europäische Schule Bergen N.H. (Petten)
Molenweidtje 5/PB 99
NL-1862 BC Bergen N.H., Niederlande
Telefon : (31) 725 89 01 09
Fax : (31) 725 89 68 62
Website: www.esbergen.org

Großbritannien:

Europäischen Schule Culham
Culham, Abingdon
GB-OX14 3DZ Oxfordshire
, Großbritannien
Telefon : (44) 1235 52 26 21
Fax : (44) 1235 55 46 09
Website : www.esculham.net

 

Sekretariat der Ständigen Konferenz
der Kultusminister der Länder
in der Bundesrepublik Deutschland

Übersicht über die von der Kultusministerkonferenz anerkannten
deutschen Auslandsschulen

Stand: 1.8.2009

A. Deutsche Auslandsschulen, die zur deutschen allgemeinen Hochschulreife führen

  Datum des KMK-
Beschlusses über die
Anerkennung der Schule
Ägypten: Deutsche Evangelische Oberschule Kairo 31.8.1957
  Deutsche Schule der Borromäerinnen Kairo 5.12.1995
  Deutsche Schule der Borromäerinnen Alexandria 3.7.1996
     
Belgien: Deutsche Schule Brüssel 19.11.1955
  Deutsche Abteilung der Internationalen SHAPE-Schule 11.9.1992
     
China: Deutscher Zweig der Deutsch-Schweizerischen  
  Internationalen Schule Hongkong 24.2.1984
  Deutsche Botschaftsschule Peking 31.8.2000
  Deutsche Schule Shanghai 13.7.2005
     
Finnland: Deutsche Schule Helsinki 8.1.1963
     
Frankreich: Deutsche Schule Paris 5.4.1968
  Deutsche Schule Toulouse 2.2.1988
     
Griechenland: Deutsche Schule Athen 10.11.1959
  Deutsche Schule Thessaloniki 8.11.1984
     
Großbritannien: Deutsche Schule London 27.1.1983
     
Indonesien Deutsche Internationale Schule Jakarta 12.12.2001
     
Italien: Deutsche Schule Genua 5.12.1973
  Deutsche Schule Mailand 15.1.1959
  Deutsche Schule Rom 14.5.1958
     
Japan: Deutsche Schule Tokyo 17.3.1962
     
Kenia: Deutsche Schule Nairobi 27.12.1985
     
Niederlande: Deutsche Schule Den Haag 4.12.1960
  Deutsche Abteilung der Internationalen  
  AFCENT-Schule in Brunssum 5.6.1973
     
Portugal: Deutsche Schule Lissabon 24.5.1963
  Deutsche Schule Porto 13.3.1973
     
Polen: Deutsche Schule Warschau 7.12.2005
     
Russland: Deutsche Schule Moskau 5.12.1995
     
Schweden: Deutsche Schule Stockholm 4.1.1966
     
Schweiz: Deutsche Schule Genf 9.5.1985
     
Singapur: Deutsche Schule Singapur 19.12.1990
     
Spanien: Deutsche Schule Barcelona 19.11.1955
  Deutsche Schule Bilbao 15.1.1959
  Deutsche Schule Madrid 6.5.1958
  Deutsche Schule in der Provinz Málaga 21.5.1993
  Deutsche Schule Valencia 15.10.1980
  Deutsche Schule Las Palmas de Gran Canaria 15.10.1980
  Deutsche Schule Santa Cruz de Tenerife 31.5.1990
     
Tschechische    
Republik: Deutsche Schule Prag 21.1.1999
     
Ungarn: Deutsche Schule Budapest 7.12.2000
     
USA: Deutsche Schule New York 19.12.1990
  Deutsche Schule Washington 13.3.1973

B. Deutsche Auslandsschulen, die zu Abschlüssen im Sekundarbereich I führen

  Datum des KMK-
Beschlusses über die
Anerkennung der Schule
Äthiopien: Deutsche Botschaftsschule Addis Abeba 7.2.1961
     
Australien: Deutsche Schule Sydney 11.12.2002
     
China: Deutsche Schule Peking 29.9.1994
     
Dänemark: Sankt-Petri-Schule Kopenhagen 10.12.2008
     
Indien: Deutsche Schule New Delhi 21.1.1999
     
Iran: Deutsche Botschaftsschule Teheran 29.9.1994
     
Kanada: Deutsche Schule Montréal 2.10.1996
     
Korea: Deutsche Schule Seoul 5.7.1995
     
Malaysia: Deutsche Schule Kuala Lumpur 15.4.1999
     
Norwegen: Deutsche Schule Oslo 1.3.1993
     
Philippinen: Deutsche Schule Manila 12.12.2001
     
Saudi-Arabien: Deutsche Schule Jeddah 7.10.1987
  Deutsche Schule Riad 9.5.1985
     
Türkei: Privatschule der Deutschen Botschaft Ankara 5.4.1968
     
Ungarn: Deutsche Schule Budapest 26.6.1997
     
USA: Deutsche Schule Silicon Valley 27.6.2003
     
VAE: Deutsche Schule Abu Dhabi 6.12.2006
  Deutsche Schule Sharjah 6.12.2006

C. Deutsche berufliche Schulen (Berufsschulen) im Ausland

  Datum des KMK-
Beschlusses über die
Anerkennung der Schule
Argentinien: Deutsche Schule Villa Ballester 9.4.1997
     
Bolivien: Deutsche Schule La Paz 12.3.2003
     
Brasilien: Colegio Humboldt in Sao Paulo 19.1.1996
     
Chile: Kaufmännisches Berufsbildungszentrum "Insalco" der
Deutschen Schule Santiago
7.12.2000
     
Ecuador: Berufsbildungszentrum Duales System Quito 26.6.2002
     
Guatemala:

Deutsche Schule Guatemala
Beruflicher Zweig "Asociación de Educación y Cultura
Alejandro von Humboldt"
20.9.2006

     
Kolumbien: Deutsche Schule Bogotá
beruflicher Zweig
7.3.2002
   
Mexiko: Deutsche Schule Mexiko-Stadt (Südschule)
beruflicher Zweig
8.12.2004
   
Peru: Colegio Humboldt Lima
Berufliche Abteilung
21.1.1999
     
Spanien: Schulen der Asociación Hispano-Alemana de
Ensenanzas Técnicas (ASET)
in Barcelona und Madrid
17.1.1992

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